Blumenkohl Bodenpflege

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Hauptartikel: Blumenkohl

Blumenkohl stellt hohe Ansprüche an den Boden bzw. die Bodenfruchtbarkeit. Beim Anbau entsteht in kurzer Zeit ein sehr großer Aufwuchs, der nur bei guter Bodengare und ausreichender Nährstoffversorgung möglich wird. Nähere Einzelheiten zur Nährstoffversorgung siehe den Artikel Blumenkohl Nährstoffversorgung.

Feldauswahl

Blumenkohl bevorzugt tiefgründige, schwerere Böden mit einem hohen bis sehr hohen pH-Wert. Ideal sind Lehm- und Lößböden. Auf Grund des hohen N-Bedarfs und der nicht vorhandenen Nitratprobleme im Ernteprodukt sind Böden mit hohem Humusgehalt ideal. Nur in einer üppig gewachsenen Pflanze kann sich die vom Markt bevorzugte 6er-Kopfgröße gut entwickeln. Flächen mit Bodensenken und Wasserstau sind zu vermeiden. Anbau auf Sandböden ist bei optimierter Düngung und guter Bewässerung auch möglich, jedoch viel aufwendiger.

Fruchtfolge

Grundsätzlich ist Blumenkohl gut selbstverträglich. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass es langfristig zu einer Reihe von bodenbürtigen Problemen kommen kann. In erster Linie sind Kohlhernie, Xanthomonas und Verticillium zu nennen. Wer langfristig Blumenkohl anbauen will, sollte eine möglichst weite Kreuzblütler-Fruchtfolge einhalten. Jährlich Kreuzblütler auf einer Fläche anzubauen ist langfristig riskant. Gute Blumenkohlvorfrüchte sollten keine der aktuellen Blumenkohlkrankheiten fördern und möglichst viel organische Masse hinterlassen. Vorteilhaft erscheinen Porree, Zwiebeln, Zucchini, Getreide, Mais und Gründüngungsarten wie Futterhirse, Phacelia und Kleegrasgemische.


Bodendurchwurzelung

Blumenkohl Wurzelbild zur Zeit der Ernte (Weaver und Bruner.

Das Wurzelsystem des Blumenkohls ist gekennzeichnet durch seine Pfahlwurzelbildung, die jedoch bei der üblichen Pflanzmethode verhindert wird. Johne E. Weaver und Williame Bruner von der University of Nebraska untersuchten die Details der Wurzelbildung (siehe Abbildung). Sie pflanzten ihren Versuch am 19.April im Gartenland der Universität von Nebraska in den USA. Man untersuchte die Wurzelbildung 21, 57 und 91 Tage nach der Pflanzung. Zur Ernte hatte die abgebildete Pflanze 17 Hauptwurzeln mit einem Durchmesser von 3-10 mm. Vom Strunk aus gesehen entwickelten sich die Wurzel bis zu einer Entfernung von 30 cm und durchwurzelten damit eine Kreisfläche von 60 cm. Wie sich die Bodendurchwurzelung im Laufe der Kulturzeit in tiefere Bodenschichten entwickelte, zeigt die folgende Tabelle.

Obwohl durch die Pflanzkultur die natürliche Pfahlwurzelbildung gestört war, fand man die tiefsten Wurzeln in einer Tiefe von 137 cm. Das prächtige Wurzelbild des Versuches auf Gartenland ist im deutschen Anbau vermutlich nicht überall üblich. Durch die Ernte bei oft zu nassem Boden sowie dem Einsatz des Pfluges sind im Gemüsebau gewisse Bodenverdichtungen, weit verbreitet. Die Bodendurchwurzelung ist deshalb vermutlich in der Praxis oft weniger ideal als in der amerikanischen Untersuchung dargestellt.
Langjährige Beobachtung zeigen, dass im deutschen Blumenkohlanbau mit 9 Wochen Kulturzeit im Sommer, in den ersten 5 Wochen vorwiegend nur die erste Bodenschicht (0-30 cm) genutzt wird. Gegen Ende der Kultur wird dann meist auch die zweite Bodenschicht (30-60) durchwurzelt.

Da bekanntlich die Kultursicherheit mit jedem cm tieferer Bodendurchwurzelung besser wird, sollte bei der Feldauswahl und Bodenpflege auf eine möglichst tiefe Durchwurzelung achten. Auf jeden Fall ist vorteilhaft seine benutzten Böden genau zu kennen und immer wieder die übliche Durchwurzelung zu prüfen bzw. begutachten. Zeigen sich Durchwurzelungsstörungen, so kann frühzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen.

Blumenkohl: Geschätzte Wurzelanteile (in% )in den einzelnen Bodenschicht, unter Berücksichtigung des Wurzelbildes von Weaver und Bruner
Pflanzung: 19.April 1. Beurteilung am 10. Mai 2. Beurteilung am 15. Juni 3. Beurteilung am 19. Juli
Bodenschichten Nach 3 Wochen (21 Tagen) Nach 8 Wochen (57 Tagen) Nach 13 Wochen (91 Tagen)
0-30 cm 95% 80% 50%
30-60 cm 5% 18% 30%
60-90 cm 0% 2% 15%
90-120 cm 0% 4%
120-150 cm 1%
Summe 100% 100% 100%


Humusversorgung und Humusbilanz

Eine gute Humusversorgung ist die Grundlage jeder Bodenfruchtbarkeit und insbesondere beim Anbau von Blumenkohl vorteilhaft. Dauerhumus sichert dabei die Bodengare und verbessert die Wasser- sowie Nährstoffhaltekraft. Nährhumus aus Ernterückständen oder Gründüngung ernährt und fördert das Bodenleben. Dabei werden auch eine ganze Reihe von meist notwendigen Nährstoffen freigesetzt. Mit welchen Aufwuchsmengen, Feldabfuhren (Ernte) und Ernterückständen man es beim Anbau von Blumenkohl zu tun hat, zeigt die folgende Bilderreihe. Für die Erhaltung oder sogar Verbesserung der Humusversorgung und Bodenfruchtbarkeit kann das beachtliche Wurzelwerk sowie die enormen Ernterückstände einen Beitrag leisten.

Blumenkohl: Aufwuchs, Feldabfuhr und Erntereste
Der gesamte Aufwuchs Ernte = Feldabfuhr Erntereste
Blumenkohl Dü Aufwuchs.JPG
Blumenkohl Dü Feldabfuhr.jpg
Blumenkohl Dü Ernterückstände.jpg
1.000 dt/ha müssen ernährt werden 600 dt/ha gehen vom Feld 400 dt/ha bleiben auf dem Feld


Geht es um die Frage nach einer Humusbilanz und einer diesbezüglichen Beurteilung eines intensiven Blumenkohlanbaus, so kann die folgende Berechnung Klarheit schaffen. Maßstab bei der Berechnung ist die Menge an organischer Trockensubstanz, die 1 Jahr nach der Einarbeitung z.B. von Ernterückständen oder einer Gründüngung noch im Boden vorhanden ist. Um sie von der Gesamtmenge an organischer Trockensubstanz zu unterscheiden, wird sie hier als Dauerhumus, gemessen als organische Trockenmasse (TM) bezeichnet.


Humusbilanz beim Anbau von Blumenkohl
Humuszufuhr durch Frischmasse (FM) Organische Trockensubstanz (TS) Dauerhumus als Trockenmasse (TM) pro 1 Kultur
Ernterückstände 1 x Blumenkohl 600 dt/Frischmasse je ha 40 dt TS/ha ergibt 11 dt TM/ha
Topfsubstrat: 4 cm EPT 5 dt TM /ha ergibt 4 dt TM/ha
Humusabbau durch Dauerhumus in TM Anteil bei 2 Kulturen pro Jahr Dauerhumus (TM) pro Kultur
2 x Hackfruchtanbau pro Jahr 30 dt TM/ha 50 % für 1 x Blumenkohl ergibt 15 dt TM/ha
Dauerhumus-Bilanz pro 1 Blumenkohlkultur +/- 0 dt TM/ha


Bewertet man die obige Humusbilanz, so ist festzustellen, dass sich beim Anbau von Blumenkohl ausgeglichene Humusbilanz ergibt. Zufuhr und Abbau gleichen sich auf Grund der riesigen an Ernterückständen sowie der Humuszufuhr über die Topfpflanzen aus.

  • Humuszufuhr:

Vor allem bei Böden mit niedrigem Humusgehalt empfiehlt es sich, diesen zu erhöhen. Je nach Region ist dafür Stallmist, Kompost oder eine Gründüngung interessant. Im Ökoanbau hat sich der einer ganzjährigen Kleegrasmischung bewährt.

  • Ernterückstände:

Mit rund 600 dt/ha Ernterückständen bei Blumenkohl wird die Bodenfruchtbarkeit bzw. das Bodenleben enorm gefördert. Ein weiterer wertvoller Rohstoff ist der darin enthaltene Stickstoff von rund 200 kg N/ha. Während der Vegetationszeit von Mai bis September können frisch eingearbeitete Ernterückstände von Gemüsekulturen etwa 70% ihres N-Gehaltes in rund 8 Wochen freisetzen. Diese N-Menge ist unbedingt bei der Planung der Folgekultur zu berücksichtigen. Um N-Verluste zu vermeiden, sollte nach einem Blumenkohlanbau möglichst der Anbau eines Tiefwurzlers folgen. Dies ist besonders nach den Herbstsätzen vorteilhaft.


pH-Wert und Kalkversorgung

Für eine gute Bodenfruchtbarkeit muß ein, der Bodenart entsprechende, pH-Wert vorliegen und eine ausreichend Kalk vorhanden sein. In der folgendne Tabelle befinden sich die anzustrebenden pH-Werte.

pH-Werte (CaCl2-Methode)
Bodenart Sand Lehmiger Sand Sandiger Lehm Lehm, Schluff, Schwach toniger Schluff, Toniger Schluff
pH-Wert 5,8 - 6,0 6,0 - 6,5 6,5 - 7,0 7,0 - 7,5


Bei pH-Wert-Unterschreitungen von 0,2 bis 0,5 Einheiten genügen pauschale Erhaltungskalkungen mit 5-10 dt CaO je ha jährlich, die man als Kohlensauren Kalk, Branntkalk oder ähnlich verabreichen sollte. Bei deutlich niedrigeren pH-Werten bedarf es größerer Kalkmengen, die z.B. mit einem Bodenlabor abzustimmen sind. Auch mit dem Einsatz von Kalkstickstoff läßt sich der Bedarf an CaO decken. Der pH-Wert sowie die Kalkzufuhr haben auch einen großen Einfluß auf das Auftreten von Kohlhernie. Vor Anbaubeginn sollte der pH-Wert des Bodens deshalb optimiert worden sein. Zur Bekämpfung von Kohlhernie ist die Verwendung von 40-80 dt/ha Branntkalk geeignet. Den Dünger auf trockenem Boden ausbringen und gut einmischen. Sobald Feuchtigkeit dazu kommt ist die Ätzphase vorbei und Feldbestellung bzw. Pflanzung ist möglich.


Weitere Informationen

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