Bauerngarten

Aus Hortipendium
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Ein Bauerngarten soll im Allgemeinen Natürlichkeit und Einfachkeit widerspiegeln. Man nutzt hier vor allem robuste Pflanzen verbunden mit einer schlichten Gestaltung. Der Bauerngarten ist ein neues Konzept in Sachen Haus- und Hobbygärten.

Geschichte

Die Idee des Bauerngartens stammt aus dem Kloster, in dem überwiegend Nutzpflanzen angebaut wurden. Die Mönche untersuchten dort intensiv die Wirkung verschiedener Kräuter. Daraus entstanden Archive aus Heil-, Arztnei- und sonstigen Pflanzen. In bäuerlichen Gärten legte man anschließend auf Kräuter und den Anbau von Gemüse sehr viel wert. In den Jahrzehnten nahmen diese Bauerngärten eine typische Form im Aufbau an. Mit der Zeit wurden auch Rosen und sonstige Verschönerungen hinzugefügt. Diese Art von Aufbau mit Hilfe von "robusten Bauernpflanzen" ist sehr beliebt in der heutigen Zeit.

Gestaltung

Typisch für einen Bauerngarten ist das streng geometrische Muster aus den Klostergärten mit dem Wegekreuz in der Mitte, welches den strengen Glaube der Bauern darstellen sollte. Beim Aufbau des Gartens sollten folgende Aspekte beachtet werden:

Wegekreuz
  • Die Beete sollten vom Weg aus gut zu bearbeiten sein
  • Ernte
  • Auch bei Regen und danach sollten die Wege gut begehbar sein
  • Fruchtwechsel


Wegeeinfassungen

  • Lose Natursteine (z.B. Flusskiesel)
  • Buchsbaumhecken (kurz, dich, niedrig)
  • Niedrigwachsende Polsterstauden


Wegbefestigungen

  • Natürliche Materialien wie Kies, Splitt, Basaltsplitt, -guss und zerkleinerte Baumrinde
  • Gestampfte Wege (problematisch: Wasserführung nach Regen)


Umzäunung

  • Holzzäune mit senkrechten Holzlatten oder Holzstöcken
  • Flechtzäune
  • Jungbaumpfähle mit Rinde (ungespitzt, alte Variante)


Pflanzen

Robuste Pflanzen

Rekonstruktion eines Bauerngartens

Das Ministerium für Umwelt und Forsten hat sich im Jahre 2000 auf der Landesgartenschau in Kaiserslautern unter anderem mit der Rekonstruktion eines historischen Bauerngarten beteiligt. Da zahlreiche Besucher nach Materialien, Bauweisen, Pflanzen und Hintergründen dieses Gartentyps fragten, wurde von dem Ministerium für Umwelt und Forsten dieses Buch veröffentlicht, das alle Informationen über einen historischen Bauerngarten enthält. In diesem Buch werden alle Interessensgruppen angesprochen. So gibt es ausführliche Informationen für Personen,

  • die einen alten vorhandenen Bauerngarten restaurieren wollen,
  • die einen Garten nach dem alten Vorbild neu anlegen möchten,
  • die einzelne Elemente des historischen Bauerngartens in ihre Gärten integrieren wollen,
  • die sich über die Geschichte und die Bedeutung des Bauerngartens und seine einzelnen Elemente informieren möchten.

Die einzelnen Kapitel sind so angelegt, dass Passagen, die zu tiefgreifend und allzu wissenschaftlich erscheinen, übersprungen werden können, ohne dass das Verständnis dabei verloren geht. Wer jedoch tiefer in die Materie einsteigen möchte, kann dies über Fußnoten und angeführte Literaturhinweise tun.

Die Kapitel sind wie folgt unterteilt:

  • Geschichte des Bauerngartens
  • Grundriss des Bauerngartens
  • Pflanzen des Bauerngartens
  • Pflanzenanbau, Pflege und Biologischer Pflanzenschutz
  • Technische Details
  • Adressen, Fußnoten, Abbildungen, Literatur


Literatur

"Rekonstruktion eines Historischen Bauerngartens", 2002 (2. Auflage) Herausgeber: Ministerium für Umwelt und Forsten (MUF) Rheinland-Pflalz; Kaiser-Friedrich-Straße 1, 55116 Mainz, Tel.: 06131/160. Autoren: Peter Klöppel, Kirsten Greulich, Elke Jung

Quellen

Johann Schierenbeck, Gartenakademie Rheinland-Pfalz